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Lebenslauf erstellen

Karrieretipps

Lebenslauf eine oder zwei Seiten? Die Regel, die zählt

12. Juli 2026 · 5 Min. Lesezeit

← Zurück zu allen Artikeln Ein dicker Stapel weißer Blätter, von der Seite gesehen, betont die Höhe.

Sechs Jahre Berufserfahrung, der Lebenslauf auf einer Seite mit 9-Punkt-Rändern, und der Rat der Uni-Beratung: eine Seite. Der Inhalt will nicht mehr rein; jede gestrichene Puce war einmal ein Argument fürs Interview. Diese Spannung hat eine klare Antwort – und in Deutschland sind zwei Seiten für viele Profile früher normal als in den USA.

Wo der Wendepunkt liegt

Die Ein-Seiten-Regel war nie primär Seitenzahl. Sie meinte: nicht mehr zeigen als nötig, um die Rolle zu belegen. Unter etwa fünf Jahren fehlt oft genug Differenzierung für Seite zwei ohne Füllmaterial – gleiche Aufgaben zweimal, Hobbys aus Langeweile. Eine Seite ist dann oft einfach die ehrliche Länge.

Ab etwa 5 bis 7 Jahren kippt es: mehrere Rollen mit unterschiedlichem Scope, nachweisbare Ergebnisse – alles auf eine Seite zu pressen löscht oft genau die Belege fürs Gespräch. In Deutschland wirkt ein zweiseitiger Lebenslauf für Berufserfahrene auf viele Recruiter nicht überlang; eine zu aggressive Kürzung kann hingegen gequetscht wirken.

Beispiel: Marketing-Koordinatorin, sechs Jahre, SaaS mit 400.000 € Media-Budget. Auf einer Seite: eine vage Zeile. Auf zwei: drei Pucen inkl. „CPL in zwei Quartalen um 22 % gesenkt durch Umschichtung Display → Search“. Kürzer war nicht stärker – nur ungenauer.

Der Fülltest für Seite 2

Jahre sind Startsignal, nicht Endurteil:

Erst in natürlicher Länge schreiben – ohne Seitenziel. Alle Rollen, Projekte, Ergebnisse, die Sie im Gespräch verteidigen.

Dann Seite 2 prüfen. Mindestens zwei Drittel Inhalt, das Sie ungern streichen würden – Rolle mit Scope, passendes Zertifikat, Zahlen, die auf Seite 1 nicht passen → zwei Seiten behalten. Steht dort nur ein alter Praktikumsblock oder eine Skills-Liste, die nach unten auf Seite 1 könnte → keine echten zwei Seiten, sondern 1,25 – schlechter als eine saubere Seite oder volle zweite.

Nie bei 1,25 oder 1,5 Seiten stehen bleiben. Wirkt oft unredigiert. Entweder straffen bis eine Seite oder Seite 2 sinnvoll füllen.

Unsicher? Jemanden bitten, die unwichtigste Zeile auf Seite 2 zu zeigen. Findet er nichts → zwei Seiten. Zeigt er sofort „Abitur 2014“ → Antwort klar.

Ausnahmen

  • Öffentlicher Dienst / Ausschreibungen: oft Seitenlimits in der Bekanntmachung – Anzeige lesen, nicht Allgemeinregel.
  • Beratung / manche Finance-Rollen: eine Seite als Effizienz-Signal auch mit 10+ Jahren – im Sektor nachfragen.
  • Berufswechsel: 8 Jahre in anderem Feld, wenig Relevanz für neu → eine fokussierte Seite schlägt zwei mit alter Karrierehälfte.
  • Sehr senior (15+ Jahre): zwei Seiten oft Minimum; älter als 15 Jahre in einer Zeile „Frühere Tätigkeiten“ zusammenfassen.

Jetzt handeln

Unter fünf Jahren: keine leere zweite Seite „für Erfahrung“.

Über 5–7 Jahre und noch alles auf einer Seite: zählen, wie viele Pucen nur der Platz fraß. Überleben drei oder vier den Fülltest auf echter Seite 2? Dann kürzen Sie nicht aus Prinzip – Sie lassen Beweise weg. Gleiches für das Kurzprofil: nicht schrumpfen, wenn es oben arbeitet.

In Simple CV aktualisiert die Vorschau live – Sie sehen ein- oder zweiseitig ohne PDF-Export.

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